Der umgefallene Baum

Heute Abend war ich einmal wieder etwas spazieren, auf dem Feld, es nieselte zwar, doch das macht nichts. Ich hatte ja mein Schirm daheim gelassen, um vielleicht noch etwas wachsen zu können!?

Auf dem Weg den ich ging, sah ich diesen abgeknickten Baum, der mir den Weg versperrte. Er unterlag wahrscheinlich der hohen Last oder höheren Kräften, denn im Grunde sah er noch gesund aus. Doch man konnte ihn anscheinend nicht rechtzeitig stützen, bis er an seiner schwächsten Stelle abbrach und wahrscheinlich bald nicht mehr da sein wird. Ein Baum, welcher äusserlich doch so stark zu sein scheint und allen Kräften trotzen könnte.

Ich musste in jenem Moment den Vergleich ziehen. So stellte ich fest, dass es uns im Leben oftmals auch so ergeht. Mal sind wir die geknickten Bäume, und manchmal die hohe Gewalt, die andere Menschen zum Knicken und vielleicht sogar zum Brechen bringen.

Ist es nicht so, dass wir durch die von uns erzeugte Last, durch unsere innere Gewalt, die wir anderen auferlegen, sie damit früher oder später knicken, sie verbiegen, ihnen weh tun? Wir haben alle die gleiche Macht andere zu verbiegen, zu knicken, oder sie wieder zu stützen, noch bevor wir einen anderen Weg um sie herum bauen, damit wir sie vermeiden, sie zum brechen hinterlassen, weil wir glauben dass sie unser Weg versperren. In Wahrheit versperren wir uns vielleicht nur den Weg selbst.

Nur wir können Menschen die wir krümmen oder verbiegen oder knicken wieder gerade biegen, uns damit den Weg frei machen, noch bevor sie abbrechen und für immer verschwinden, aus unserem Leben. Wenn wir versuchen ein Ast zu brechen, dann kämpft dieser eine Weile gegen unsere Kraft, doch irgendwann gibt er nach. In diesem Moment spüren wir eine Art Schock in den Händen, der ein Taubheitsgefühl auslöst. je mehr Äste wir brechen, desto tauber werden unsere Gefühle und irgendwann merken wir nicht mehr, wie viel, wie oft wir zerbrochen haben.

Ich kann nicht behaupten in meinem Leben kein Baum zum Bruch gebracht zu haben, doch ich hoffe irgendwann gelernt zu haben Dinge gerade zu biegen um mir den Weg freizumachen, noch bevor sie brechen, noch bevor wir einen anderen Weg um sie herum bauen, damit wir sie vermeiden, sie zum brechen hinterlassen, weil wir glauben dass sie unser Weg versperren. Die Tatsache ist vielleicht schlussendlich auch, dass wir uns selbst den Weg damit versperren…

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