Es hat begonnen. Apple lässt seit Ende September 2025 die Hüllen fallen.
Apple bietet Advanced Data Protection (vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für weitere iCloud-Daten) in Grossbritannien nicht mehr für neue Nutzer an (vermutlich wegen rechtlichem Druck durch den Staat).
Wichtiges dabei:
- iMessage, FaceTime sowie einige sensible iCloud-Daten (z. B. Schlüsselbund, Health) bleiben weiterhin ende-zu-ende-verschlüsselt.
- Backups, Fotos, iCloud Drive usw. sind in UK künftig nicht mehr vollständig 👉Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sondern nur noch standardmässig geschützt.
- Nutzer, die ADP bereits aktiviert haben, müssen es selbst deaktivieren, sonst können sie iCloud später nicht weiter nutzen.
- Ausserhalb des UK bleibt ADP unverändert verfügbar. (NOCH!)
Aber ihr wisst ja, wenn ein TABU einmal gebrochen wurde, lässt sich Sodom und Gomorra nicht lange auf sich warten.
Was bisher geschah:
Die Zentralen Fälle und Forderungen an Apple
1. Der San Bernardino-Fall (FBI vs. Apple, 2016)
Dies ist der bekannteste historische Fall:
- Wer: Die US-Bundespolizei FBI forderte Apple auf, eine spezielle Software zu entwickeln, um das iPhone eines der Attentäter von San Bernardino (2015) zu entsperren.
- Forderung: Das FBI verlangte keine generelle Hintertür, sondern ein einmaliges Tool, das die Sicherheitsmechanismen (wie die automatische Datenlöschung nach zu vielen falschen Passworteingaben) ausschaltet.
- Apples Reaktion: Apple-CEO Tim Cook lehnte dies öffentlich und entschieden ab. Der Konzern argumentierte, dass die Entwicklung eines solchen Tools faktisch einer „Hintertür“ (Backdoor) gleichkäme. Einmal existierend, könnte diese Software in die falschen Hände geraten und die Sicherheit aller iPhones weltweit gefährden.
- Ausgang: Der Rechtsstreit eskalierte. Letztendlich zog das FBI die Klage zurück, da es nach eigenen Angaben mit Hilfe eines Drittanbieters (Berichten zufolge die israelische Firma Cellebrite) einen Weg gefunden hatte, auf die Daten zuzugreifen – und zwar ohne Apples Hilfe. Die grundsätzliche Frage nach dem rechtlichen Zwang zum Bau einer Hintertür blieb dadurch juristisch ungeklärt.
2. Die Forderung des Vereinigten Königreichs (UK-Regierung vs. Apple, 2024/2025)
Dies ist ein sehr aktueller und komplexer Fall, der die iCloud-Verschlüsselung betrifft:
- Wer: Die britische Regierung (Home Office), gestützt auf den Investigatory Powers Act.
- Forderung: Die Regierung forderte Apple auf, eine „Technische Fähigkeit“ (Technical Capability) zur Verfügung zu stellen, um den Behörden Zugriff auf verschlüsselte Daten in der iCloud zu gewähren. Dies betraf Apples neue, stärkere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung namens Advanced Data Protection (ADP).
- Apples Reaktion: Apple lehnte den Einbau einer Hintertür kategorisch ab. Als Reaktion zog Apple die Funktion Advanced Data Protection (ADP) für neue Nutzer im Vereinigten Königreich zurück.
- Ausgang: Die US-Regierung und Menschenrechtsorganisationen übten starken Druck aus, da die britische Forderung potenziell den weltweiten Datenschutz von US-Bürgern untergraben hätte. Berichten zufolge zog die britische Regierung im August 2025 die Forderung in Bezug auf den Zugriff auf Daten von US-Bürgern zurück. Der Konflikt bleibt jedoch in Teilen bestehen, da die britische Regierung weiterhin versucht, Zugriff auf die Daten ihrer eigenen Bürger zu erhalten.





