CISCO – in 25 Jahren in der Cybersicherheit habe ich kein einziges Jahr erlebt, in dem dieses Unternehmen nicht im Mittelpunkt stand oder zumindest in dessen Nähe.
Das Erstaunliche ist, dass das gesamte Internet auf CISCO-Hardware aufgebaut ist. Überall finden sich ihre Geräte: an den Netzgrenzen (Border Gateways), als Router, Switches, Firewalls oder Core-Systeme. Kaum eine digitale Infrastruktur kommt ohne sie aus. Genau das macht die Sache so brisant.
Natürlich verschwindet das BadCandy-Implant nach einem Neustart. Solange die zugrunde liegende Schwachstelle jedoch nicht behoben ist, kann es jederzeit erneut ausgenutzt werden. Sobald ein Angreifer diesen Punkt erreicht, befindet er sich bereits auf Firmware-Ebene mit höchsten Rechten.
Ein Vergleich:
Wenn man ein Auto kauft und der Hersteller später einen sicherheitsrelevanten Fehler feststellt, wird die gesamte Serie zurückgerufen. Kauft man hingegen ein technisches Gerät, das ebenfalls eine bestätigte sicherheitskritische Schwachstelle aufweist, muss der Käufer das Problem in der Regel selbst beheben. Oft geschieht das mit Ersatzteilen oder Software-Patches, die der Hersteller bereitstellt. Haftung übernehmen die Unternehmen meist nur dann, wenn tatsächlich Gefahr für Leib und Leben besteht.
Dieses Vorgehen steht im klaren Widerspruch zu den immer strenger werdenden gesetzlichen Anforderungen. Unternehmen müssen sich umfassend gegen Fehler absichern, die eigentlich andere verursacht haben, und investieren erhebliche Summen, um zahlreiche Compliance-Vorgaben einzuhalten. Dazu gehören beispielsweise Datenschutz, ISG, ITSG, NIS2, DORA, FINMA oder PCI. Alle diese Regulatorien verlangen, dass das Unternehmen für die Geräte haftet, die es einkauft und einsetzt, während die Hersteller oft ungeschoren davonkommen, obwohl sie die Schwachstellen verursacht haben.
Zum Originalartikel: https://thecyberexpress.com/150-australian-devices-have-badcandy-implant






