Schweizer Ärzte empfehlen „VIAVAC“, doch wer bekommt meine Gesundheitsdaten?

Alles begann mit einer harmlosen Untersuchung einer App………

Alles wird digital und was noch nicht digital geworden ist, soll durch die digitale Transformation auch werden. So lassen sich viel Papier, analoge Prozesse, der Design-Burch zwischen der analogen und der digitalen Welt samt deren Reibungsverluste sparen, optimieren und das heilige Geld hoffentlich einsparen. Auch im Gesundheitssektor hat sich in der Zwischenzeit viel getan, was die Digitalisierung betrifft. Digitale Krankenakten, volldigitalisiertes Krankenhaus-Equipment samt Cloud-Anbindung, Health Intelligence und Big Data Analysen wenn es um Prognosen, Forschung und Medizin usw. geht.

Doch wenn wir über strukturierte Behandlungen, Vorsorgen und Prognosen reden, benötigen wir entsprechende Daten der Patienten, am besten soviel wie nur möglich. Und wenn die Winterzeit, Reisezeit oder sonstige Zeiten im Leben kommen, dann reden wir im Gesundheitsbereich auch oft von Impfungen. Kennt ihr noch die Zeit, wo wir unsere gelben oder in sonstigen Farben erstellten  Impfpässe zum Arzt mitnehmen mussten? Nun, in Zeiten der Digitalisierungs-Hype sowie der App-Ära gibt es heute bereits die Möglichkeit, die alten Impfpässe in die Papiertonne zu hauen. Denn es gibt jetzt die Impf-Apps, welche auf allen gängigen Smartphones betrieben werden können und über eine gemeinsame Datenbasis für unsere Ärzte ohne Verzögerung online verfügbar gemacht werden können, sofern die Ärzte die gleiche Plattform nutzen.

Die Stiftung Meineimpfungen

Eine der bekanntesten und von vielen Ärzten aus der Schweiz unterstützten Platformen ist die gemeinsame Basis der Stiftung „Meineimpfungen“ aus Gümligen bei Bern. Die Stiftung Meineimpfungen betreibt eine Plattform, worüber Patienten einen digitalen Impfpass sowie eine Krankenakte mit Hilfe einer App anlegen können und die hierüber erfassten Daten den Ärzten zur Verfügung stellen. Hierfür müssen die Ärztehäuser jedoch wie zuvor erwähnt, die gleiche Plattform nutzen, welche die Patientendaten ihnen zur Verfügung stellt. Das geschieht nicht über eine weitere App, sondern über eine Webplattform inkl. einem Dashboard. Gefördert wird das Ganze durch das Bundesamt für Gesundheit.

Die Internetpräsenz von der Stiftung Meineimpfungen ist unter der URL https://www.mesvaccins.ch oder https://www.meineimpfungen.ch oder https://www.lemievaccinazioni.ch/ zu erreichen, wobei die Internetadressen alle auf die gleiche Webseite verlinken und nur aus Gründen der Sprachvielfalt in der Schweiz (DE, FR, IT) drei mal angelegt wurden.

Wenn es um Patientendaten geht, geht es uns allen auch immer um persönliche, schützenswerte, sensible Daten. Da stellt sich die eine oder andere Patientin zurecht die Frage, wie denn all diese sensitiven Daten geschützt werden, wer Einsicht in diese Daten bekommt und wo sie verbleiben, in der App, auf einem Webserver, in der Schweiz, in Frankreich? Ein Grund, dieses System samt ihrer Gesundheitsapp etwas mehr unter die Lupe zu nehmen.

Die Stiftung Meineimpfungen verspricht in ihren Datenschutzbestimmungen sorgfältig, sicher und korrekt mit all den Daten umzugehen, die sie im Rahmen ihres elektronischen Impfausweis-Programms erhebt, speichert und verarbeitet. Die Bestimmung ist zwar rudimentär, ungenau und auch mit der Version vom 13. Oktober 2015 recht veraltet, (um nicht zu sagen, derzeit definitiv noch nicht EU-DSGVO konform) jedoch gibt die Stiftung immerhin an, dass sie die datenschutzrechtlich relevanten Daten einem Auftragnehmer überlässt, welcher die Daten im Namen der Stiftung verwalten soll.

(Quelle: https://www.meineimpfungen.ch/privacy.do – Stand bei Screenshot: 26.11.2017)


(Quelle: https://www.meineimpfungen.ch/conditions.do – Stand bei Screenshot: 26.11.2017)

Die APP der Firma ABONOBO SA (Der APP Entwickler der Stiftung)

Viele Ärzte empfehlen mittlerweile ihren Patienten die von der Stiftung Meineimpfungen über Apples AppStore (Iphone) oder Googles PlayStore (Android) angebotene App „Myviavac“ für diese gemeinsame Plattform zu nutzen. Die App „Myviavac“ ist eine von der Firma ABONOBO SA entwickelte App, welche in den genannten Stores für 1 Franken bezogen werden kann. Die Firma ABONOBO SA hat ihren Firmensitz in Genf bzw. in Satigny bei Genf. Gehostet werden die Webseiten der ABONOBO von einem grossen Telekommunikations- und Cloud-Anbieter aus Frankreich namens OVH, welcher seinen Firmensitz jedoch in Kanada hat.

Die Firma VIAVAC GmbH

Die Stiftung Meineimpfungen gibt in ihren Webseiten noch an, dass das Herz der Plattform die Software von der Seite www.viavac.ch bildet. Diese Seite gehört der gleichnamigen Firma VIAVAC GmbH, welche ihren  Firmensitz in Ueberstorf im Kanton Freiburg hat. Die Webseite wird in Deutschland bei Host Europe GmbH gehostet. Die Firma VIAVAC GmbH referenziert ebenfalls auf ihrer Webseite auf die APP MYVIAVAC von der Firma ABONOBO SA, hat jedoch ihre eigene, lokale Client-Applikation namens Viavac, welche weder eine APP ist, noch eine Webapplikation. Die App MyViavac heisst also wie die Firma VIAVAC, kommt aber nicht von ihr. Ob die Software sich ebenfalls der gleichen Datenbasis bedient, ist nicht klar. Anhand der YT-Videos auf der Firmen-Webseite lässt es jedoch die Wahrscheinlichkeit zu, dass es sich hierbei um eine eigenständige Praxissoftware handelt. Es ist verwirrend, die Zusammenhänge auf Anhieb zu verstehen. Als Partner wird das Bundesamt für Gesundheit und die Pharmasuisse angegeben. Das Handelsregister des Kantons gibt folgende Infos über die Firma VIAVAC GmbH.


Als Gesellschafterin ist Frau Claire-Anne Siegrist-Julliard eingetragen.
Claire-Anne Siegrist-Julliard  ist zugleich Professorin an der Universität von Genf (Kinderärztin, Fachärztin für Infektionskrankheiten und Immunologie), welche Forschungsarbeit im Gesundheitswesen betreibt und deren Studentinnen und Studenten fleissig dabei helfen sollen, alte, papierbasierte Impfpässe in den digitalen Impfausweis zu überführen, das kommt zumindest im Werbevideo der Stiftung Meineimpfungen ganz zum Schluss in einem Nebensatz vor. https://www.youtube.com/watch?v=5_WOP6LVbFw

War Frau Prof. Siegrist-Julliard nicht auch die Stiftungsgründerin?

Auf der Internetseite bzw. unter dem Link https://infovac.ch/de/?option=com_gd&view=listing&fid=940&task=ofile (Oder über Google-Translate auf Deutsch: LINK) ist ein Profil über die Frau Siegrist-Julliard hinterlegt, welches so einige Verwirrungen in meinem Kopf wieder auflöst, jedoch viele weitere Fragezeichen erzeugt. Zudem werde ich auf die Internetseite https://infovac.ch später ausführlicher zu sprechen kommen. In dem genannten Profil heisst es, dass Frau Siegrist-Julliard Initiativen wie die VIAVAC GmbH oder die Stiftung Meineimpfungen befeuert hat. Doch wie hängt das alles mit ABONOBO und der Firma ARPAGE zusammen, auf die ich gleich zu sprechen komme?

Die Firma ARPAGE AG

Die aktuell damit beauftragte Firma heisst ARPAGE AG und sitzt in Küsnacht im Kanton Zürich (nicht verwechseln mit Küssnacht des Kantons Schwyz). Was diese Firma genau macht, kann ich nicht sagen, denn ihre Webseite ist etwas dürftig. Aber zumindest kann ich erahnen, dass sie neben dem beauftragten Sammeln der Patientendaten über die Stiftungs-APP Myviavac, das eigentliche Dashboard für Ärztehäuser oder solche ebenso anbietet, das fehlende Teil im Puzzle quasi. Zudem kann man im Handelsregister einsehen, was diese AG so an Geschäftsfeldern angegeben hat.

Der Zusammenhang zwischen MEINEIMPFUNGEN und ARPAGE

  • Der Präsident des Verwaltungsrates der Firma ARPAGE AG ist Herr Johannes Boesch.
  • Herr Boesch ist jedoch auch zugleich Mitglied des Stiftungsrates bei der Stiftung Meineimpfungen.
  • Frau Claire-Anne Siegrist-Julliard ist hingegen die Präsidentin dieser Stiftung Meineimpfungen.
  • Frau Claire-Anne Siegrist-Julliard ist Einzelmitglied der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW).
  • Beide Personen sitzen im VR der Stiftung Meineimpfungen, während Herr Boesch der Präsident bei ARPAGE AG ist und Frau Frau Siegrist-Julliard Gesellschafterin bei der VIAVAC GmbH.
  • Herr Johannes Boesch ist zugleich noch Mitglied des Stiftungsrates bei QBM -Stiftung für Qualitätsentwicklung in der ambulanten Medizin, welche sich ebenfalls in Gümligen befindet, wie die Stiftung Meineimpfungen auch.
  • Herr Boesch ist zudem noch VR Mitglied bei der Agora Secureware SA, welche wiederum für die ARPAGE AG Dienstleistungen erbringt.

Letztlich wird aus diesem Zusammenhang bei Meineimpfungen kein Geheimnis gemacht, bzw. es gibt lediglich und ganz grob auf einer Seite über einen ganz kleinen Link eine Info, woraus der Zusammenhang zumindest zwischen Meineimpfungen, der Viavac GmbH und Arpage hergestellt wird: https://www.meineimpfungen.ch/about.html

Meineimpfungen und Abonobo SA
Den Link in dieser Verflechtung zu ABONOBO SA vermute ich zwischen der Gesellschafterin „Yvon Le Chevalier de Préville“ der ABONOBO, über die die ABONOBO SA wiederrum Gesellschafter bei der aufgelösten WinCH Sàrl war, sie selbst wiederum bei Beachgrass Consulting Sàrl und der aufgelösten Télémeyrin SA. Der Link zwischen der ABONOBO und Meineimpfungen kommt vermutlich über den Gesellschafter „Denis Ducret“ der Firma SDIC SA zustande, da Denis Ducret wiederum Gesellschafter einer Firma Windspots SARL ist! Vermutlich wurde der Auftrag an ABONOBO über SDIC vergeben, da SDIC ein IT-Dienstleister der Universität Genf ist (Später dazu mehr). Dies sind jedoch an dieser Stelle wie gesagt nur Vermutungen.

Die Plattform iQey von ARPAGE

So wird langsam aber sicher ein Schuh daraus. Denn irgenwie müssen die gesammelten Patientendaten ja für Ärzte brauchbar gemacht werden. Das geschieht über die Plattform „iQey“ von ARPAGE und der gemeinsamen Datenbasis, welche durch die APP entstehen soll. Im Mittelpunkt steht hierbei die AHV-Nummer des Patienten, welche als eindeutiges Merkmal zur Identifizierung des Patienten gilt. Denn wenn die Pfllegefachfrau die Versichertenkarte in den Kartenleser einschiebt, soll die Plattform iQey in Verbindung mit den Daten von der Stiftung Meineimpfungen dem Arzt den aktuellen Impfstatus des Patienten zeigen. Ich nehme an, dass der Patient nicht zwingend die APP benötigt, um über das Dashboard angelegt zu werden. Es dient vielmehr dazu, die Arbeit durch den Patienten erledigen zu lassen, damit er seine Daten selbst erfassen und der Datenbasis zur Verfügung stellen kann. Ansonsten wäre es auch möglich, dass der Arzt diese Daten in das iQey System eingibt. Hierzu ist jedoch die Zustimmung des Patienten per Anmeldeformular notwendig. Spätestens dann ist der Patient jedoch Mitglied bei der Stiftung Meineimpfungen und kann die 1-Franken-App runterladen und mit seinen Zugangsdaten anfangen, die restlichen Daten abzufüllen. Wer sich mehr für iQey interessiert, der/die kann die Webseite unter https://www.iqey.ch besuchen.

Immerhin behauptet die Stiftung Meineimpfungen auf ihrer Webseite, bereits 100.000 Patientenakten gesammelt zu haben. Gut, es ist noch ein weiter Weg zur Million, aber die Ärzte puschen bei ihren Patienten ja das System auch und wenn irgendwann die digitale Transformation auch in der Politik angekommen ist (wobei das ja dauern kann), dann wird es irgendwann nur noch ein Gesetz brauchen, bis wir alle nur noch solche Apps verwenden dürfen und Papier nicht mehr akzeptiert wird. Der gläserne Bürger 😀

Mich wundert es an der Stelle nicht, dass die Webseiten der Stiftung Meineimpfungen ebenso von der Firma ARPAGE  gehostet werden. Allerdings hat die Firma nicht ihr eigenes Rechenzentrum, sondern betreibt die Systeme bei der GREEN IT, einer der bekanntesten Service Provider der Schweiz, mit Sitz in der Schweiz. Abgesehen von den schwachen Datenschutzbestimmungen der Stiftung und der bislang unbekannten Datenschutzabkommen beider Parteien (Stiftung und ARPAGE), beruhigt es zu sehen, dass der Hoster zumindest ebenso in der Schweiz ansässig ist und das von analog auf digital gewandelte Wissen über meinen Impf- und Gesundheitszustand im Lande bleiben würde…… wäre  da nicht noch die Ungewissheit, mit der ich mich plage, bis ich endgültig weiss, was denn diese APP genauer macht.

Denn immerhin soll ich diese ja auf ärztliche Empfehlung hin nutzen und endlich diesen Papierkram loswerden, welcher den physischen Einflüssen des Lebens ausgesetzt ist und irgendwann verloren gehen könnte, im Gegensatz zu Stiftungen und Auftragnehmer. Diese sind allenfalls konjunkturellen und politischen Einflüssen ausgesetzt und wenn überhaupt, werden solche Daten dann noch schnell weitergegeben, bevor die Lichter ausgehen. Das Internet vergisst eben nicht.

Zurück zur APP Myviavac von Abonobo

Für 1 Franken gehe ich also nun in Googles PlayStore einkaufen, um meine Neugier zu befriedigen.  Ich will sehen, was diese App von mir alles will und kann und welche Reise meine Daten dabei machen werden. Ich kaufe also diese APP im PlayStore ein (Das ist die erste APP, die ich je einkaufen musste, somit habe ich Google nun auch meine Kreditkartendaten übergeben, so ein MIST diese Neugier!). Über meinen Webbrowser eingekauft, pusht das P(l)ayStore auch schon die APK (Das APP Paket) auf mein Android Device, welches ich über meinen Google Account bereits bei Google registriert habe und zwecks Installation selektiere. Nun, nach der kurzen Installation und der „Habe isch inssetalliert Chef!“ Meldung meines Smartphones, kann ich auch gleich die App starten. Aber so einfach ist es nicht, den Verkehr mitzuschneiden. Auf meinem SmartPhone will ich den Verkehr nicht mitschneiden. Um die richtig coolen Mitschnitt-APPs auf meinem Android für diese Sache nutzen zu können, müsste ich mein Phone rooten. Darauf verzichte ich an dieser Stelle (Android Nerds werden mich auslachen, weil ich nicht alle meine Phones roote). Stattdessen richte ich meinen PC über ein zweites WLAN Dongle als HotSpot ein und gebe hierüber die Internetverbindung frei. Das geschieht ganz bequem über  ein NETSH Befehl in der Powershell (Admin Modus) unter Windows mit anschliessender Freigabe der Internetverbindung unter den Einstellungen des entsprechenden WLAN Adapters.

Mein Smartphone verbinde ich mit meinem heimischen Hotspot. Nun kann ich auch den Datenverkehr bequem mitschneiden und zumindest sehen, wann und mit wem die Myviavac App von der Stiftung denn so sprechen will. Wenn ich Glück habe, kann ich vielleicht sogar die Kommunikation einsehen. Aber deswegen wollte ich jetzt mein eigenes Smartphone nicht hacken und den „Man in the Middle“ spielen. Hierzu müsste ich auf dem Smartphone sitzen und die APP selbst hacken, denn ich sehe schon, die Verbindungen sind TLS1.2 verschlüsselt. Gleich zu Beginn verbindet sich die APP auch schon, und zwar mit der Stiftung. Mein Smartphone selbst verbindet sich dann noch über weitere Apps mit tausend anderen IP Adressen, aber ich muss jetzt mal die Spreu vom Weizen trennen.

Da die Verbindungen zu meineimpfungen.ch dann auch gleich mit TLS1.2 gesichert übertragen werden, sehe ich leider die aufgerufene URL-Zeile über HTTPS nicht im einzelnen, da diese im TLS Protokoll verschlüsselt übertragen werden, somit die auf dem Server abgefüllten Parameter verborgen bleiben. Fakt ist jedoch, die Daten wandern über die Webseite der Stiftung ab. Ich hätte zuvor noch einen TLS Proxy einsetzen und die Verbindung mit meinem eigenen Zertifikat forwarden können, aber dann hätte das Client Zertifikat wahrscheinlich gemeckert. Mich interessiert erst einmal wohin die Reise geht. Ich schenke der APP mal einen Vertrauensvorschuss, obwohl diese nicht wirklich auf Android Versionen ab 6.0 ausgelegt ist, denn ich muss die Berechtigung für diese APP schon im Voraus, also bei der Installation, bestätigen. Diese App wurde sicherlich noch vor dem Marshmallow entwickelt. Warum die APP unbedingt Zugriff auf meine Medien benötigt, wird erst später klar, wenn man die APP nutzt. Insgesamt wirkt die APP auf mich, als sei sie einfach aus einem Baukasten heraus zusammengeklickt und konfiguriert worden. Sie stellt anhand eines Fragekatalogs sowie ein paar dynamisch erweiterbaren Feldern eine Art temporäre Datenbank dar, die dann beim Online gehen sich einfach mit der zentralen Datenbasis abgleicht, um die Daten dann den Ärzten zur Verfügung zu stellen.

Die APP kann nicht nur Daten über meinen Impfstatus sammeln, sondern auch ein Gesundheitsprofil über mich erstellen, denn während der Registrierung muss man u.a. jede Menge Fragen beantworten und Angaben über mögliche Gesundheitsprobleme und aktuelle oder vergangene Krankheiten machen

Ich habe natürlich bei der Registrierung Fake-Angaben gemacht. Ich will diese APP nicht wirklich nutzen, deswegen gebe ich bis auf meine 3. Wahl Emailadresse auch keine echten Daten von mir ein. Dennoch bemerke ich, dass die APP einen Fehler hat. Während die Pflichtfelder alle mit einem Stern gekennzeichnet sind, sind die Passwortfelder nicht mit einem Stern gekennzeichnet, ohne diesen ich aber keine Registrierung hinbekomme, obwohl ich den Hinweis bekomme, ich solle alle Felder mit Stern gekennzeichneten Felder ausfüllen. Ich habe alles ausgefüllt, bis auf das Passwort und es geht nicht. Also ist das ein Fehler im Formular.

Doch hoppllaaaa, was ist das??? Ihr Lümmel registriert die APP beim Hersteller??? Wieso zur Hölle ist das notwendig, dass der Hersteller weiss, dass ich gerade seine App in Betrieb genommen habe? Und das auch noch unverschlüsselt.

<?xml version = „1.0“ encoding=“UTF-8″?><request name=“deviceToken“ device=“android“ lang=“de“ version=“1.0″><registrationId>APA91bEwwqKIbaTmu2vtXtBVNlKmYMaFTCPAs-6o2tbF0-3mjV-kCPAozF6l-sZ2auW2iiY677R2nrNlPMVK04PvxUxNlFor7f–qjz1KefFb2xYMbnxttjeple4hvniKew5-QftO3Ng4E8KQfNdt_njl2yEpXMzUA</registrationId><token>android-2b8b90f4-7e09-433e-94ba-8895e235cd3d——————–</token><test>0</test><appId>com.abonobo.myviavac</appId></request>

Die Myviavac App überträgt also beim Start sofort Daten an den Server des Hersteller der APP  nach Frankreich. Neben meiner IP, bekommt der Hersteller das Wissen, welches die APP einerseits selbst erstellt (RegistrierungsID und ein Token), andererseits weiss der Hersteller, dass es sich um ein Android Smartphone handelt, welches in deutscher Sprache betrieben wird. Mit den GeoIP Daten kann der Hersteller feststellen, woher ich komme und was ich nutze. Muss das sein??? Immerhin bin ich froh, dass er nicht gleich mein Adressbuch ausliest oder meinen DCIM Ordner überträgt, pfui, böser Hersteller!

Die Internetadresse INFOVAC.CH

Aber das ist nicht die einzige Verbindung, die diese APP über mein Smartphone ins Ausland aufbaut. Eine weitere Verbindung geht später auf die Webseite https://infovac.ch , welche zwar wie man erkennt, die Domain-Endung CH hat, aber leider nicht in der CH gehostet wird. Diese Seite wird ebenfalls in Frankreich gehostet, ebenfalls bei dem kanadischen ISP aus Frankreich, bei der Firma OVH. Doch diese Seite ist von der Universität Genf registriert! Die Seite soll eine direkte Informationsstelle für Impffragen sein und von der Uni Genf, von der schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie sowie weiteren staatlichen Stellen gesponsert sein. Dabei gehört die Seite selbst direkt der Uni Genf.

Einen Link zu der Stiftung Meineimpfungen findet man lediglich ganz rechts unten über einen Flyer von der BAG (Bundesamt für Gesundheit). Auf dem Flyer wird dann auch per Logo und QR-Code kräftig um die APP Myviavac geworben. Warum die Universität, das Amt und weitere Sponsoren so interessiert an der ganzen Datensammlung der zu impfenden Bürger sind, kann man auslegen wie man will. Zu Forschungszwecken, zu Auswertungszwecken, für Vorhersagen und Produktstatistiken der Pharma-Industrie, für spätere Versicherungs- und Rentenkürzungen weil man keine Vorsorge getroffen hat? 😀 hahaha. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn man erstmal solche Daten hat.

Der technische Ansprechpartner der Seite https://infovac.ch ist ein „Denis Ducret“ von einer Consulting Firma SDIC, welche ganz in der nähe der Universität von Genf ansässig ist, zu finden unter https://www.sdic.ch. „Denis Ducret“ ist zugleich Gesellschafter der SDIC SA (u.a. auch in anderen Firmen im Bereich Windsport in Genf). Da meine gerade eben gekaufte, eingerichtete und mit Daten befüllte APP mit der Seite https://infovac.ch  von der UNI Genf gesprochen hat und jede Menge Daten über das gleiche Verfahren wie mit der Stiftungsseite ausgetauscht hat, hat der Dienstleister der Uni dann technisch gesehen wohl ebenfalls Zugriff auf diese Daten. Denn er betreibt als technischer Ansprechpartner im Namen der Uni die in Frankreich gehostete Webseite, welche die Daten von der APP empfängt und speichert.

Kann es sein, dass das unter der FAQ von Meineimpfungen.ch genannte DATAVAC Verfahren, worin „speziell geschulte Studentinnen und Studenten“ die Impfdaten für Ärzte erfassen können (gegen Bezahlung), statt ihre Patienten selbst, hinter diesem Datentransfer zwischen der APP und der infovac.ch Seite steckt? Da die Infovac Seite der Uni Genf gehört und die DATAVAC-Dienstleistung auch von Studenten geleistet wird, würde es bedeuten, dass hinter Infovac.ch die DATAVAC Dienstleistung stecken würde. Das wiederum würde erklären, warum die Myviavac APP ungefragt meine Daten zusätzlich an infovac.ch versendet, statt nur an meineimpfungen.ch. Denn in der APP Myviavac kann ich meinen alten Impfausweis abfotografieren und hochladen, damit die Daten erfasst werden können. Das würden dann logischer Weise Studentinnen und Studenten für mich tun, die ja im Werbevideo von Viavac GmbH genannt werden.

(Auch die INFOVAC Webseite sammelt kräftig Daten über die App bzw. die App stellt die Daten der Seite bereit)

Leider konnte ich mein Smartphone nicht weiter untersuchen, z.B. wie die APP die Daten auf dem Phone verwaltet, wie sie meine Zugangsdaten hinterlegt hat, welche Daten sich sonst noch im Applikationsverzeichnis befinden, während die APP auf mein Phone installiert war. Ich habe bei Google die Möglichkeit, binnen 2 Stunden die APP wieder zurückzugeben und da ich mein Big Investment von 1 Franken wieder zurückhaben wollte, das ich in diese Investigation investiert habe, habe ich die virtuelle Rückgabe der APP über PlayStore abgewickelt, so dass die APP deinstalliert wurde. Klar, ich habe vergessen vorher das APP-Verzeichnis zu kopieren, gebe ich ja zu ;). Jedoch war die Analyse nicht dazu gedacht,  das gesamte System zu durchleuchten, sondern an der Oberfläche zu kratzen. Ja und das hat sich auch gelohnt denke ich…

FAZIT:

Natürlich kann man auf die APP MyViavac vollständig verzichten und alles über die Webseite der Stiftung Meineimpfungen erledigen. Denn auch dort kann man sich für die gleiche Datenbasis registrieren und alle Angaben machen, die man auch über die App machen kann. Das ist am Webbrowser wesentlich bequemer und man kann die Daten später mit dem gleichen Zugang über die App abrufen. Das ändert jedoch nichts daran, dass man nach der Erkenntnis über die Kommunikation der APP nun nicht mehr weiss, ob die Daten, welche man über die Internetseiten der Stiftung eingibt, dann auch nur dort bleiben, oder nicht auch weitergegeben werden. Zumal jede natürliche oder juristische Person/Institution mit einer gültigen GLN Nummer sich fachlich (Ärzte, Praxen, Therapiehäuser etc.) auf der Registrierungsseite der Stiftungsseite registrieren und danach die Patientendaten abrufen kann. Das Einzige, was diese Fachstellen dann bestätigen müssen, ist folgender Satz:

“ Ich Unterzeichnende(r) erkläre, in meiner Eigenschaft als medizinische Fachperson, von den verschiedenen Bearbeitungstypen der Daten (einschl. sensible Daten) meiner Patienten Kenntnis genommen zu haben. Ich bestätige und erkläre, dass die betroffenen mir ihre Zustimmung erteilt haben. Ich anerkenne, die volle Verantwortung für solche Zustimmungen zu übernehmen. „

Doch wer bringt ihnen bei, was „sensible Daten“ sind? Denn auch hierbei wird lediglich ein „Liability Shift“ unternommen, um sich selbst juristisch gegen Missbrauch abzusichern. Das nennt man dann in der IT „reaktive Vorfallsbearbeitung“ 😉

Und was all die Firmen rund um die Stiftungen betrifft: Es scheint so, als dass Frau Siegrist-Julliard und der Herr Boesch von der Stiftung die absoluten „Master“ über unsere Impf- und Gesundheitsdaten sind, wenn wir sie für die Stiftung erfassen und fleissig über das Portal oder die App weitergeben. Gefördert und gesponsert wird das ganze (vermutlich finanziell) vom Bundesamt für Gesundheit und von weiteren staatlichen und privaten Gremien (siehe Webseiten). Ich finde, es ist ein sehr lukratives Geschäft, die Gesundheit der Bevölkerung mit dem digitalen Wandel in Verbindung zu bringen, um über Stiftungen und Forschungsprojekte Fördermittel zu bekommen. So hat man dann zwei wichtige Dinge gewonnen: Die Daten der Patienten und ihre Steuergelder 😉 Doch wer die Daten in die Hand bekommt, kann durch Auswertungen herausfinden, welche Impfungen am wenigsten gemacht wurden, um dann die richtigen Schädlinge freizusetzen. Das würde der Pharma-Industrie sehr helfen. Immerhin wird das Programm von der Pharmasuisse mitgetragen (Verschwörungstheorien, ich weiss 🙂 zuviel Hollywood geschaut, schon klar.)

(red)

Wieso nur muss ich dabei immer wieder an „Die Anstalt“ vom 7. November denken? 😀 https://www.youtube.com/watch?v=iWX9EwRD9Rw

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1 Kommentar

  1. PETER BUCHER Antworten

    Lieber Verfasser

    Ich würde gerne mit Ihnen des näheren über diesen Artikel diskutieren.

    Freundliche Grüsse

    Peter Bucher

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