Der Start

Es ist soweit. Morgen den 3. April Starte ich mein persönliches US-TECH-FREE Projekt. In meinem Beitrag https://www.networm.ch/bye-bye-us-tech/ hatte ich bereits beschrieben, dass ich den Versuch starten werde, meine gesamte private IT auf NonUS Produkte sowie NonUS Dienste umzustellen, mit allem drum und dran.

Das bedeutet auch, dass ich mein Account auf LinkedIn löschen werde. Immerhin ist diese Plattform zu 100% Microsoft und US-Hosting. Allerdings können dann meine Kontakte dort den Fortschritt nicht mehr verfolgen. Ich hoffe, dass einige ab und an hier reinschauen werden.

Auf dieser Seite werde ich den Fortschritt mit allen Angaben und Details dokumentieren.

Lassen wir also die Spiele beginnen 🙂


LinkedIn Profil gelöscht.

Aus Sicht des CLOUD Act ist LinkedIn für Europäer problematisch, weil es eine juristische Lücke zwischen dem Schutz der DSGVO und der extraterritorialen Macht US-amerikanischer Behörden schafft. Es besteht das Risiko, dass Daten ohne transparente gerichtliche Kontrolle in den USA abgerufen werden können.

Für uns als europäische LinkedIn-Nutzer bedeutet dies:

Fehlende Kontrolle: Wir können nicht sicher sein, ob unsere Daten (Profile, Nachrichten, Verbindungen) im Rahmen einer US-ermittelnden Maßnahme eingesehen werden, selbst wenn wir in der EU leben.

Keine Rechtsschutzgarantie: Im Gegensatz zu einem reinen EU-Anbieter (z. B. XING, das zwar auch internationale Verbindungen hat, aber primär EU-rechtlich agiert) haben wir keine Möglichkeit, uns gegen eine US-Herausgabeanordnung vor einem US-Gericht effektiv zu wehren.

Profiling und Überwachung: Da LinkedIn ein riesiges Profilnetzwerk ist, könnten aggregierte Daten für Überwachungszwecke genutzt werden, was im Widerspruch zu den europäischen Prinzipien der Datensparsamkeit und Zweckbindung steht.


MS Windows durch Linux (Zorin OS) ersetzt

Aus unserer Sicht als europäische Nutzer bietet Linux im Vergleich zu Windows deutliche Vorteile beim Schutz vor US-Willkür und Überwachung:

  • Keine versteckte Telemetrie: Im Gegensatz zu Windows, das standardmäßig umfangreiche Nutzungsdaten an US-Server sendet, erlaubt uns Linux volle Transparenz. Wir sehen genau, was passiert, und können jede Datenübertragung aktiv verhindern.
  • Unabhängigkeit von US-Gesetzen: Da Linux quelloffen ist und wir die Kontrolle über unseren Code behalten, unterliegt unser System nicht den direkten Zugriffspflichten des US CLOUD Act. US-Behörden können nicht einfach Microsoft auffordern, unsere Daten zu liefern, da es keinen zentralen US-Anbieter gibt, der den Schlüssel hält.
  • Selbstbestimmung statt „Blackbox“: Wir müssen nicht blind auf die Sicherheitsversprechen eines US-Konzerns vertrauen. Jeder kann den Code prüfen, Sicherheitslücken finden und das System so härten, dass es unseren europäischen Datenschutzstandards (DSGVO) entspricht, statt den Interessen eines US-Unternehmens.

Kurz gesagt: Mit Linux holen wir uns die digitale Souveränität zurück und machen uns unabhängig von der willkürlichen Datenabfrage durch US-Stellen.


MS Office 365 durch Libre Office ersetzt

Die Installation von LibreOffice kommt standardmässig mit der Installation der Linux Distribution daher. Die Wahl von LibreOffice statt MS Office 365 stärkt unsere digitale Souveränität aus mehreren Gründen:

  • Vermeidung von Cloud-Abhängigkeit: MS Office 365 ist primär als Cloud-Dienst konzipiert, der unsere Dokumente standardmäßig auf US-Servern speichert und verarbeitet. Damit fallen wir direkt unter den US CLOUD Act. LibreOffice arbeitet lokal auf unserem Gerät; wir entscheiden selbst, ob und wohin wir Dateien senden.
  • Keine versteckte Überwachung: Wie bei Windows sendet Microsoft oft Telemetriedaten über unser Nutzungsverhalten an die USA. LibreOffice ist quelloffen und läuft offline ohne solche „Rückkanäle“. Wir wissen genau, welche Daten das Programm verarbeitet.
  • Unabhängigkeit von Lizenzwillkür: Bei Office 365 sind wir an ein Abo-Modell gebunden, bei dem Microsoft den Zugang zu unseren eigenen Dokumenten und Funktionen jederzeit einschränken oder ändern kann. Mit LibreOffice besitzen wir die Software dauerhaft und können sie auch dann nutzen, wenn wir keine Verbindung zum US-Internet haben oder Microsoft den Dienst sperrt.

Kurz gesagt: LibreOffice gibt uns die volle Kontrolle über unsere Daten und Werkzeuge zurück, ohne dass US-Behörden oder ein US-Konzern einen Hintertür-Zugriff oder Einfluss auf unsere Arbeit haben.


Instagram Profile gelöscht

Ich habe 4 meiner 5 Instagram profile heute gelöscht. Mein Hauptprofil habe ich noch nicht gelöscht sondern erst einmal auf unbestimmte Zeit deaktiviert. Da ich dieses Profil schon sehr lange nutze, habe ich einiges an Content drin angesammelt. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich jeglichen Content als Backup auf meinem lokalen Speicher habe. Bis dahin bleibt dieses Konto deaktiviert.

Aus unserer Sicht als europäische Nutzer ist das Löschen des Instagram-Profiles ratsam, um uns vor den spezifischen Risiken der US-Gesetzgebung und der Geschäftspraktiken des Konzerns Meta zu schützen:

  • Direkter Zugriff durch US-Behörden: Da Instagram eine US-Firma ist, unterliegen alle unsere Daten (Fotos, Standortverläufe, Nachrichten, Kontakte) dem US CLOUD Act. Das bedeutet, dass US-Behörden ohne unsere Kenntnis und ohne deutsche Richteranordnung auf unsere privaten Inhalte zugreifen können, selbst wenn die Server physisch in Europa stehen.
  • Umfassendes Profiling und Überwachung: Instagram sammelt nicht nur das, was wir posten, sondern analysiert unser gesamtes Verhalten (Klicks, Verweildauer, Standorte, Kontakte) für ein detailliertes Profil. Diese Daten werden genutzt, um uns zu manipulieren (Werbung, politische Inhalte) und stehen potenziell auch für staatliche Überwachungszwecke zur Verfügung, was im krassen Widerspruch zu unserem europäischen Verständnis von Privatsphäre steht.
  • Fehlende echte Kontrolle: Selbst mit strengsten Privatsphäre-Einstellungen behalten wir keine Hoheit über unsere Daten. Meta kann Algorithmen ändern, Daten weiterverkaufen (an Dritte innerhalb des Konzerns) oder Inhalte löschen, ohne dass wir wirksame rechtliche Schritte in Europa dagegen einleiten können, da die Entscheidungsgewalt in den USA liegt.
  • Risiko von Datenlecks und Missbrauch: Je mehr Daten wir bei einem US-Konzern speichern, desto größer ist das Risiko, dass diese bei Sicherheitslücken, Hacks oder internem Missbrauch in falsche Hände geraten. Ein gelöschtes Profil eliminiert dieses Risiko für unsere Zukunft komplett.

Kurz gesagt: Solange wir auf Instagram bleiben, opfern wir unsere digitale Privatsphäre und Souveränität zugunsten eines Geschäftsmodells, das auf massenhafter Datenausbeutung basiert und uns der Willkür US-amerikanischer Gesetze aussetzt. Das Löschen des Profils ist der einzige Weg, diese Datenströme endgültig zu stoppen.